Sie. Sie sitzt zusammengekauert vor mir. Wie ein Häufchen Elend. Sie hat den Lebensmut verloren, alle Ungerechtigkeiten und bitteren Verzweifelungen spiegeln sich in ihrem Gesicht wieder.
Ich betrachte sie vom Nahen, wir sitzen uns nah gegenüber. Sie ist schön, sehr schön sogar. Hat Augen die jeden Mann schwach machen und eine Figur die jede Frau zum Schwärmen bringt. Eigentlich müsste sie glücklich sein. Sorglos. Sie braucht keine Noten, nein. Ihr Körper ist ihr Kapital und der wird sie ihr Leben lang weiterbringen.
Doch trotzdem sitzt sie mit geschwollenen, rot unterlaufenen Augen vor mir. Er sei Schuld sagt sie. Er habe sie verlassen, für einen Fehler, der nicht gravierender hätte sein können, als ein Stück Kaugummi fallen zu lassen.
Sie dürfte nicht ohne ihn weg, und doch hat sie es gemacht. Sie hatte ihren Mut zusammen genommen und wollte sich los machen, von den Zwängen von der Überwachung. Doch was hat es ihr gebracht? Er hat sie verlassen. Er, der ihr nicht traut. Er, der schlecht vor seinen Freunden über sie redet. Er hat sich hintergangen gefühlt. Betrogen. Und das, obwohl er der Übeltäter in der Beziehung ist.
Sie, mit ihrem gebrochenen Herzen auf der Bank neben mir. Sie, die von mir aufgeheitert werden will, obwohl ich es nicht kann. Ich schau sie an, ihr Blick macht mich genauso traurig.
Sie unterdrückt die harten Zeiten mit ihm. Sie träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit ihm. Sie will ihm sagen, dass alles gut werden wird. Dass sie nie wieder alleine weg geht. Ja, das tut sie für ihn. Sie opfert sich.
Und ich weiß, der Kampf wird weiter gehen. Sie wird es ihm Recht machen.
Damit er seine Genugtuung verspürt.
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